Klassische Socken aus amerikanischer Sockenwolle und ein bisschen Mathematik im Muster

Wenn ich unterwegs bin, besuche ich immer die lokalen Wollgeschäfte. (Wer Lust hat, kann das in meinem Blog nachlesen --> Link)

 

So sah die Wolle aus


Dieses Jahr war ich in der USA und da es schon Herbst war, habe ich Sockenwolle aus Süd- und Nordamerika gekauft. Ich kannte diese Garne bisher nur vom Internet, mein lokales Wollgeschäft hat diese Garne nicht.
Es gibt eine große Auswahl von handgefärbten Garnen mit wunderschönen Farbverläufen. Aus eher praktische Überlegungen wollte ich aber lieber unifarbenes Sockengarn kaufen. Ich trage diese wertvollen Socken auch im Büro oder unterm Hosenanzug, wenn ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln ins Konzert oder ins Theater fahre.





 

 

Und das ist daraus geworden.



Aus dem wunderbaren malabrigo Garn (made in Peru, superwash merino wool) habe ich Kniestrümpfe gestrickt, die man gut zu klassischen Schnürschuhen tragen kann, und die die Beine bis zum Mantel schön warm halten.
Das Strickmuster ist ganz klassisch, früher waren meine Kinderkniestrümpfe in diesem Muster gestrickt.
Die Rippen sind sehr elastisch. Deshalb sitzen die Strümpfe recht gut. Wer es wirklich rutschfest mag, sollte ein doppeltes Bündchen stricken und ein Gummiband einziehen. So hat man das früher mit Wanderkniestrümpfen gemacht.
Das Muster besteht nur aus zwei Reihen:
1. Runde: 1 l, 1 r verschränkt, 1 r, 1 r verschränkt, 1l
2. Runde: 1 l, 1 r verschränkt, 1 l, 1 r verschränkt, 1l
Das Pediboo Sock Yarn von Frog Tree hat mir Schwierigkeiten breitet. Ich hatte gedankenloserweise nur 100 Gramm gekauft. Es ist aber durch die Mischung aus 80% superwash Merinowolle und 20% Bambusgarn ziemlich schwer und außerdem auch etwas dicker. Es gibt das Garn in wunderhübschen Patellfarben und es fühlt sich wunderbar an. Ich wollte mit hundert Gramm auskommen und das für Schuhgröße 41. Mein Plan war, eins der Muster aus dem Buch "Knitting Nature" von Norah Gaughan für Socken umzurechnen. Das ist mir auch ganz gut gelungen - Das erste Muster stellt den Strömungsverlauf einer Flüssigkeit um einen Wiederstand dar,
das zweite ist ein rechts-links Sternenmuster. Beide Versuche schlugen fehl, das Garn reichte schlicht nicht für einen zweiten Socken.
Deshalb habe ich es aufgegeben und nur eine ganz einfache Variante gestrickt. Die Wolle ist sehr hübsch trotzdem.
Das dritte Garn von HiKoo war extra als B.R.A.N.D. (Born, Raised And Naturally Dyed) ausgezeichnet, also die gesamte Herstellungskette von Schafzucht bis natürliches Färben liegt in der USA. (80% superwash Wool, 20% Nylon). Ein Wahnsinnsgarn, aber man muss erst lieben lernen. Es ist sehr dünn und wenig elastisch und es färbt wirklich schrecklich stark ab. Man bekommt tiefschwarze Finger beim Stricken. Der Hersteller warnt allerdings und empfiehlt Metallnadeln. Wenn man das in Kauf nimmt, dann bekommt man ein wunderschön glattes Maschenbild mit sanftem natürlichen Glanz. Die Wolle fühlt sich ganz trocken und fest an. Sie sind für meinen Mann und das graphische Muster ist ein Hinweis auf unsere Ausbildung. Wir sind beide Mathematiker und haben uns während des Studiums und später mit Geometrie beschäftigt. Polygone sind natürlich der klassischste Teil dieser Ausbildung und deshalb habe ich dieses Muster gewählt. Es ist ebenfalls dem Buch "Knitting Nature" von Norah Gaughan entnommen.
Das letzte Garn habe ich noch nicht verstrickt. Dieses Garn wird ganz lokal in Illinois hergestellt. Und es hat eine ganz süße liebevoll beschriftete Banderole. Die Wolle wird für die StrickerIn von Bouffant, dem weißen Schaf gemacht. Die Wolle ist nicht gefärbt. Daraus mache ich mir nach Weihnachten Sofasocken. Ich versuche nochmal das "Strömungsmuster" von Norah Gaughan.






Euch eine schöne Woche!

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